Heizwert und Gewicht je Holzart berechnen
Berechne Heizwert (Hu) und Gewicht je Holzart aus dem Wassergehalt – in kWh je kg, Raummeter und Schüttraummeter, als Basis für den Wärmepreis-Vergleich.
Der Rechner leitet den Heizwert und das Gewicht von Brennholz aus Holzart und Wassergehalt ab. Er liefert den Heizwert Hu je Kilogramm sowie Energie und Gewicht je Raummeter und Schüttraummeter. Die Werte sind Rechenergebnisse auf Basis veröffentlichter Richtwerte, keine Messung des konkreten Holzes.
Was die Ergebnisse bedeuten
Der Heizwert Hu in kWh/kg beschreibt die Energie der eingegebenen feuchten Holzmasse, ohne die Kondensationswärme des Wasserdampfs. Der Energieinhalt je Raummeter oder Schüttraummeter verbindet diesen Wert mit Gewicht und Füllungsgrad des jeweiligen Raummaßes. Deshalb kann Holz mit einem ähnlichen Heizwert je Kilogramm je Raummeter deutlich unterschiedliche Energiemengen liefern.
Die ausgewiesene Raumdichte in kg/fm ist ein Zwischenwert für das feuchte Holz im Modell. Daraus berechnet der Rechner das Gewicht je rm und srm. Für den Raummeter nutzt er den pauschalen LWF-Raummaßfaktor 0,7 fm/rm, weil die LWF-Tabellen ihren Energieinhalt je Raummeter genau mit diesem Faktor gegenprüfbar herleiten. Für den Schüttraummeter verwendet das Schema artspezifische Faktoren, die aus derselben LWF-Tabelle zurückgerechnet sind: Fichte und Kiefer 0,45 fm/srm, Buche und Eiche 0,50 fm/srm, Pappel 0,48 fm/srm; Birke und Erle laufen mangels eigener Srm-Zeile mit dem Laubholz-Regelwert 0,50.
Holzart: je Kilogramm ähnlich, je Raummeter verschieden
Nadel- und Laubholz unterscheiden sich beim Heizwert der trockenen Masse nur begrenzt. Größer ist der Unterschied bei der Raumdichte. Dichtes Laubholz bringt in demselben Raummaß mehr Trockenmasse unter als leichteres Nadelholz. Darum liegt der Energieinhalt eines Raummeters Buche im Modell über dem eines Raummeters Fichte, obwohl Fichte bezogen auf ein Kilogramm nicht weniger Energie liefern muss. Die FAQ Warum haben Buche und Fichte einen unterschiedlichen Heizwert? ordnet den Vergleich nach Masse und Raummaß ein.
Die Auswahl ist seit der Rechnerkorrektur feiner als im ersten Entwurf: Birke, Erle und Pappel sind getrennte Optionen, weil ihre Raumdichten zu weit auseinanderliegen. Direkt belegt sind Fichte, Kiefer, Buche, Eiche, Birke und Pappel. Tanne rechnet über Fichte, Lärche über Kiefer, Esche und Hainbuche über Buche, Robinie über Eiche. Für Erle liegt keine direkte LWF-Raumdichte vor; der Wert ist eine Näherung aus der belegten Darrdichte und dem mittleren Verhältnis von Raumdichte zu Darrdichte der belegten Arten. Für Kauf, Lagerplanung oder Transport ersetzt das Ergebnis weder eine Verwiegung noch eine Brennstoffanalyse.
Vom Energieinhalt zum Wärmepreis
Der Energieinhalt ist noch nicht die Wärme, die im Raum ankommt. Feuerungsanlage und Betriebsweise verursachen Verluste. Für einen Kostenvergleich über Scheitholz, Gas, Wärmepumpe und Strom übernimmt der Wärmepreis-Vergleich deshalb zusätzlich den jeweiligen Nutzungsgrad oder die Jahresarbeitszahl und normiert auf Nutzwärme. Wie feucht dein Holz noch ist, prüfst du am zuverlässigsten mit einem Feuchtemessgerät; die begriffliche Einordnung liefert das Glossar zur Holzfeuchte.
Die Zusammenhänge zwischen Holzart, Wassergehalt, Heizwert und Raummaß erläutert der Ratgeber Brennholz-Maßeinheiten und Heizwert je Holzart erklärt. Dort steht die physikalische Einordnung im Vordergrund; der Rechner bleibt das Werkzeug für die eigene Eingabe.
Wie wir rechnen
Die Formel
Der Rechner nutzt keine feste Heizwert-Tabelle je Holzart. Er berechnet den Heizwert für jede Eingabe aus dem Wassergehalt, also aus dem Anteil Wasser an der feuchten Gesamtmasse. Im enthaltenen Wasser steckt keine Brennstoffenergie; beim Abbrand muss außerdem ein Teil der Energie dieses Wasser erwärmen und verdampfen.
Hu(feucht) = Hu(trocken) × (1 − Wasseranteil) − 0,679 × Wasseranteil
Formelherkunft laut Rechnerschema: „Standardformel der Brennstoffanalytik (DIN 51900 / VDI 3464) zur Umrechnung des Heizwerts von der wasserfreien (atro) auf die feuchte Basis“. Der Faktor 0,679 kWh/kg entspricht 2.443 MJ/kg (Verdampfungsenthalpie von Wasser bei Referenztemperatur) / 3.6. Die FAQ Wie wirkt sich der Wassergehalt auf den Heizwert aus? fasst diesen Zusammenhang ohne Rechenweg zusammen.
Für Raummaße rechnet das Modell danach in drei Schritten weiter:
- Die direkt hinterlegte Raumdichte liefert die Trockenmasse je ungeschwundenem Festmeter.
- Der Raummaßfaktor übersetzt den Festmeter-Zwischenwert in Gewicht je Raummeter oder Schüttraummeter.
- Gewicht und Heizwert je Kilogramm ergeben den Energieinhalt des jeweiligen Raummaßes.
Herkunft der Konstanten
Die Raumdichten für sechs Holzarten sind direkt aus den LWF-Merkblättern übernommen:
| Quelle | Direkt belegte Werte |
|---|---|
| LWF Merkblatt 12 „Der Energieinhalt von Holz“, Stand November 2024, Tabelle „Heizwerte verschiedener Baumarten“, — abgerufen 2026-08-18, Spalte „Dichte [kg/Fm]“ bei 0 % Wassergehalt, Fußnote: „Werte in kg Trockenmasse je Fm ohne Berücksichtigung von Trockenschwund (Raumdichte nach Kollmann 1982)“ | Fichte 379, Kiefer 431, Buche 558, Eiche 571, Pappel 353 kg/Fm |
| LWF Merkblatt 20 „Scheitholz – Produktion, Lagerung, Kennzahlen“, Stand Juli 2025, S. 4, dieselbe Tabellenform, — abgerufen 2026-08-18 | Zusätzlich Birke 526 kg/Fm; bestätigt außerdem Fichte/Kiefer/Buche unverändert zu Merkblatt 12 |
Beide Merkblätter berechnen daraus den Energieinhalt je Raummeter ausdrücklich „pauschal mit 0,7 Fm/Rm“ und ohne Holzartenunterscheidung. Dieser Rechner nutzt für die Energie-/Gewichtskette bewusst den pauschalen LWF-Faktor 0,7 statt des holzartenscharfen TFZ-Werts aus dem Maßeinheiten-Rechner, weil sich die Rechnung damit direkt gegen die veröffentlichte LWF-Tabelle prüfen lässt.
Die Schüttraummeter-Faktoren sind aus derselben LWF-Merkblatt-12-Tabelle zurückgerechnet: Fichte 0,45 Fm/Srm, Kiefer 0,45 Fm/Srm, Buche 0,50 Fm/Srm, Eiche 0,50 Fm/Srm und Pappel 0,48 Fm/Srm. Für Birke und Erle nennt keines der beiden Merkblätter eine Schüttraummeter-Zeile; der Rechner verwendet deshalb 0,50 als Laubholz-Regelwert und kennzeichnet das als Näherung ohne artspezifischen Beleg.
Erle steht nicht in derselben Beleggruppe wie die sechs Werte oben. Für Erle nennt keines der beiden LWF-Merkblätter eine eigene Raumdichte; der Rechner nutzt 423 kg/Fm als Näherung aus der belegten Darrdichte und dem mittleren Verhältnis von Raumdichte zu Darrdichte der sechs LWF-belegten Arten. Auch Tanne, Lärche, Esche, Hainbuche und Robinie bleiben Leitart-Näherungen ohne direkten Einzelbeleg: Tanne rechnet über Fichte, Lärche über Kiefer, Esche und Hainbuche über Buche, Robinie über Eiche.
Die wasserfreien Heizwerte und die Verdampfungswärme kommen ebenfalls aus LWF Merkblatt 12: bei 0 % Wassergehalt Nadelholz 5,20 kWh/kg, Laubholz 5,00 kWh/kg; Verdampfung 0,68 kWh je kg Wasser. Beide Merkblätter unterscheiden hier weiterhin nur Nadel- und Laubholz, nicht jede Baumart einzeln.
Grenzen der Rechnung
Die Gegenprobe ist im Code als Test hinterlegt: Buche bei 20 Prozent Wassergehalt landet mit 558 kg Trockenmasse je Festmeter und 0,7 Fm/Rm bei rund 1.887 kWh/rm. Das liegt nahe am publizierten LWF-/FNR-Referenzwert von 1.885 kWh/rm; die Differenz ist eine Rundungsfrage der Tabellenwerte.
Trotz dieser Gegenprobe bleibt ein realer Holzstapel ein Streubereich. Scheitlänge, Schichtung, Hohlräume, Rindenanteil und Holzqualität können vom Referenzmodell abweichen. Für Kauf, Lagerplanung oder Transport ersetzt das Ergebnis weder eine Verwiegung noch eine Brennstoffanalyse.
Quellen
Merkblatt 12 — Der Energieinhalt von Holz (Stand November 2024)
Merkblatt 12 — Abschnitt „Trockenes Holz verwenden" und Tabellenfußnote zu den Raummaßen
Merkblatt 20 — Scheitholz: Produktion, Lagerung, Kennzahlen (Stand Juli 2025)
Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV), § 3 Absatz 3
Raumdichte der Erle und Schüttraummeter-Regelwert für Birke und Erle
Häufige Fragen
Warum haben Buche und Fichte einen unterschiedlichen Heizwert?
Buche und Fichte unterscheiden sich vor allem beim Energieinhalt je Raummaß, weil in einem Raummeter dichtes Buchenholz mehr Trockenmasse steckt als in demselben Raummaß Fichtenholz. Je Kilogramm ist Buche nicht automatisch im Vorteil; im verwendeten Rechnerschema liegt der trockene Heizwert von Nadelholz mit 5,2 kWh/kg sogar leicht über Laubholz mit 5,0 kWh/kg.
Die Raumdichte beschreibt hier die Trockenmasse je ungeschwundenem Festmeter. Buche ist dichter als Fichte. Ein gleich großer Stapel Buche bringt deshalb mehr Holzmasse mit und kann insgesamt mehr Energie enthalten. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ein Kilogramm Buche den gleichen Vorsprung hat: Die Dichte erklärt den Unterschied je Volumen, nicht unmittelbar den Heizwert Hu je Kilogramm.
Für einen fairen Vergleich müssen außerdem Wassergehalt und Verkaufseinheit übereinstimmen. Feuchteres Holz enthält je Kilogramm weniger brennbare Trockenmasse, und ein Teil der Energie wird zum Erwärmen und Verdampfen des Wassers benötigt. Der Heizwert-Rechner nach Holzart verbindet deshalb Holzart, Wassergehalt und Raummaß, statt Buche oder Fichte einen einzigen pauschalen Wert zuzuweisen. Vergleiche seine Angaben daher immer in derselben Einheit und bei gleichem Wassergehalt. Das Ergebnis bleibt eine Orientierung auf Basis von Referenzwerten; ein realer Stapel kann durch Holzqualität, Schichtung und Feuchte abweichen.
Wie wirkt sich der Wassergehalt auf den Heizwert aus?
Mit steigendem Wassergehalt sinkt der Heizwert des Brennholzes je Kilogramm. Das Holz enthält dann weniger brennbare Trockenmasse, und beim Abbrand wird Energie benötigt, um das enthaltene Wasser zu erwärmen und zu verdampfen.
Der Wassergehalt bezeichnet den Wasseranteil an der feuchten Gesamtmasse. Er darf nicht ohne Prüfung mit anders definierten Feuchteangaben gleichgesetzt werden; die Abgrenzung erklärt das Glossar zur Holzfeuchte und zum Wassergehalt. Für eine Heizwertrechnung muss die Eingabe zur verwendeten Definition passen. Sonst wirkt das Ergebnis genauer, als die Ausgangsdaten es zulassen.
Der Heizwert-Rechner nach Holzart leitet den Heizwert deshalb aus Holzart und eingegebenem Wassergehalt ab. Er behandelt Feuchte nicht als nachträglichen Hinweis, sondern als Bestandteil der Rechnung. So lässt sich auch erkennen, warum ein pauschaler Heizwert für jede Holzart den Zustand des konkreten Brennholzes nicht ausreichend beschreibt.
Ist das Holz noch zu feucht für den vorgesehenen Einsatz, hilft der Ratgeber Brennholz trocknen und lagern bei der Einordnung von Lagerung und Kontrolle. Eine feste Monatszahl gibt es dort bewusst nicht: Vor dem Verbrennen sollte der tatsächliche Zustand des Holzes separat gemessen werden, nicht nur aus Lagerdauer geschätzt.