Holzfeuchte (Wassergehalt)
Die Holzfeuchte gibt an, wie viel Wasser im Brennholz gebunden ist – meist in Prozent der Feuchtmasse, sie sinkt beim Lagern und Trocknen.
Der Wassergehalt beschreibt, welcher Anteil der feuchten Gesamtmasse eines Brennholzstücks aus Wasser besteht. Die fachliche Holzfeuchte u verwendet eine andere Bezugsgröße: Sie setzt die Wassermasse ins Verhältnis zur Trockenmasse des Holzes. Ein Prozentwert ist deshalb nur eindeutig, wenn die Bezugsgröße genannt wird.
Wassergehalt bezogen auf die Feuchtmasse
Der Wassergehalt w wird aus Wassermasse und feuchter Gesamtmasse gebildet:
w = Wassermasse ÷ Feuchtmasse × 100
Die Feuchtmasse besteht aus Trockenmasse und Wasser. Der Heizwert-Rechner nach Holzart verwendet diese Definition für den eingegebenen Wassergehalt. Wer einen Messwert übernimmt, sollte prüfen, ob das Gerät oder die Quelle ebenfalls diesen Bezug nutzt.
Holzfeuchte bezogen auf die Trockenmasse
Die Holzfeuchte u setzt die Wassermasse dagegen zur vollständig trockenen Holzmasse ins Verhältnis:
u = Wassermasse ÷ Trockenmasse × 100
Beide Größen lassen sich ineinander umrechnen:
u = 100 × w ÷ (100 − w)
w = 100 × u ÷ (100 + u)
Ohne diese Umrechnung dürfen Werte mit unterschiedlichem Bezug nicht direkt verglichen werden. Sonst kann dasselbe Brennholz fälschlich wie Holz mit zwei verschiedenen Feuchtezuständen erscheinen. Wie du einen Messwert am Scheit gewinnst, beschreibt Holzfeuchte richtig messen: nicht nur an Stirnseite oder Oberfläche messen, sondern an mehreren frisch gespaltenen Scheiten.
Bedeutung beim Trocknen und Verbrennen
Beim Lagern sinkt die Wassermasse, wenn Feuchtigkeit aus dem Holz an die Umgebung abgegeben wird. Wie lange das dauert, hängt unter anderem von Holzart, Spaltung, Lagerung und Witterung ab. Der Ratgeber Brennholz trocknen und lagern erklärt, warum dafür nur eine Monatsspanne sinnvoll ist.
Der Wassergehalt beeinflusst außerdem den Heizwert Hu. Im gebundenen Wasser steckt keine Brennstoffenergie; beim Abbrand wird Energie benötigt, um es zu erwärmen und zu verdampfen. Der Heizwert-Rechner nach Holzart leitet den Heizwert deshalb aus dem eingegebenen Wassergehalt ab.
Auch der Wärmepreis-Vergleich hängt an dieser Eingabe. Wird für Scheitholz ein zu niedriger Wassergehalt angenommen, erscheint sein nutzbarer Energieinhalt zu hoch und der berechnete Wärmepreis zu niedrig.