Brennholz-Maßeinheiten und Heizwert je Holzart erklärt
Wie fm, rm, srm und Ster zusammenhängen und wie sich daraus der Heizwert je Holzart ableitet – an einer gemeinsamen Tabelle Schritt für Schritt erklärt.
Der Energieinhalt von Brennholz hängt nicht allein von der Baumart ab. Entscheidend für eine belastbare Rechnung sind der Wassergehalt, die Masse und das Raummaß, in dem das Holz angeboten wird. Wer zwei Lieferangebote vergleichen will, muss deshalb erst die Maßeinheiten angleichen und anschließend Energieinhalt und Preis auf dieselbe Bezugsgröße bringen.
Heizwert Hu: Energie ohne Kondensationswärme
Der Heizwert Hu gibt die beim Verbrennen nutzbare Energie an, ohne die Kondensationswärme des entstehenden Wasserdampfs einzubeziehen. Bei Brennholz wird er häufig je Kilogramm angegeben. Für ein Angebot je Raummeter genügt diese Angabe aber nicht: Erst zusammen mit der Masse des Holzes im Raummaß entsteht ein Energieinhalt in kWh/rm.
Holzart und Wassergehalt wirken dabei auf unterschiedliche Weise. Die Holzart bestimmt vor allem die Dichte und damit, wie viel Trockenmasse in einem Volumen steckt. Der Wassergehalt senkt den Heizwert der feuchten Masse, weil ein Teil der Energie zum Erwärmen und Verdampfen des enthaltenen Wassers gebraucht wird.
Warum der Heizwert berechnet wird
Eine feste Tabelle „Holzart gleich Heizwert“ würde den Wassergehalt ausblenden. Der Heizwert-Rechner nach Holzart beginnt deshalb beim Heizwert des trockenen Holzes und leitet daraus für jede Eingabe den feuchten Heizwert ab:
Hu(feucht) = Hu(trocken) × (1 − Wasseranteil) − 0,679 × Wasseranteil
Der erste Teil reduziert den Brennstoffanteil um das enthaltene Wasser. Der zweite Teil bildet die Energie ab, die zur Wasserverdampfung benötigt wird. Als öffentlich prüfbare FNR-Grundlage ist die Themenseite „Brennholz / Scheitholz“ einschlägig; sie nennt Heizwerte nach Baumart und Wassergehalt. Das Rechnerschema dokumentiert zusätzlich den Abgleich mit TFZ-Referenzwerten und dem LWF-Merkblatt „Der Energieinhalt von Holz“; die Referenzdaten wurden am 10. August 2026 geprüft.
Buche und Fichte richtig vergleichen
Die oft gehörte Aussage, Buche habe „mehr Heizwert“ als Fichte, braucht eine Bezugsgröße. Je Kilogramm trockener Masse liegen Laub- und Nadelholz vergleichsweise nah beieinander. Je Raummeter fällt der Unterschied deutlicher aus, weil dichtes Holz in demselben Volumen mehr Masse unterbringt.
Für den Einkauf ist deshalb die Einheit entscheidend. Ein Kilopreis lässt sich über kWh/kg bewerten. Bei einem Preis je Raummeter müssen zusätzlich Dichte und Füllungsgrad des Stapels in die Rechnung eingehen. Der Rechner zeigt beide Perspektiven nebeneinander: Heizwert je Kilogramm sowie Energie und Gewicht je Raummeter und Schüttraummeter.
fm, rm, srm und Ster auseinanderhalten
Die vier Begriffe beschreiben nicht dasselbe Holzvolumen. Ein Festmeter (fm) ist ein Kubikmeter reines Holz ohne Zwischenräume. Ein Raummeter (rm) umfasst einen Kubikmeter geschichtete Scheite mitsamt der Luft im Stapel. Beim Schüttraummeter (srm) liegen die Scheite lose; dadurch entstehen andere Hohlräume als in einem gesetzten Stapel.
Ster wird in der Schweiz öffentlich im Sinn eines Raummeters belegt; die Schweizer Zolltarif-Erläuterungen verwenden bei Brennholz „Raummeter (Ster)“. Für Österreich wurde in diesem Lauf keine gleich belastbare öffentliche Quelle für eine allgemeine Ster-Verwendung verifiziert. Die Bezeichnung bleibt deshalb im Kaufangebot klärungsbedürftig: Frage nach, welches Volumen, welche Scheitlänge und welche Stapelweise der Anbieter tatsächlich meint.
Gemeinsame Tabelle: Raummaß, Luftanteil und Heizwert
Die Tabelle trennt Definition, Modellfaktor und energetische Aussage. Die Faktoren beziehen sich auf die im TFZ-Poster vermessenen 33-cm-Scheite und unterscheiden nach der im Rechner verwendeten Holzartengruppe. Sie sind Referenzwerte, keine Garantie für einen konkreten Stapel.
| Einheit | Lieferform | Festmeter-Anteil im Rechnermodell | Bedeutung für den Energievergleich |
|---|---|---|---|
| 1 fm | reines Holzvolumen | 1,00 fm | gemeinsame Volumenbasis ohne Hohlräume |
| 1 rm Laubholz | 33-cm-Scheite, geschichtet | 0,62 fm | Energie je rm hängt zusätzlich von Dichte und Wassergehalt ab |
| 1 rm Nadelholz | 33-cm-Scheite, geschichtet | 0,64 fm | trotz ähnlichem kWh/kg-Wert kann die Masse je rm abweichen |
| 1 srm Laubholz | 33-cm-Scheite, lose geschüttet | 0,42 fm | mehr oder anders verteilte Hohlräume als beim Stapelmaß |
| 1 srm Nadelholz | 33-cm-Scheite, lose geschüttet | 0,40 fm | Holzartengruppe und Schüttung beeinflussen die Menge |
| 1 Ster | im Rechner wie 1 rm behandelt | wie rm der Holzartengruppe | nur verwenden, wenn das Angebot Ster tatsächlich so definiert |
Ein einzelner Pauschalfaktor würde die Unterschiede zwischen Laub- und Nadelholz verdecken. Hinzu kommen Scheitform und Schichtung. Die im Rechner vorhandene Scheitlängenauswahl für Schüttraummeter bleibt eine unvalidierte Modellannahme, solange keine Originalfundstelle für die interne Anpassung belegt ist; die Tabelle oben verwendet deshalb nur die 33-cm-Referenzwerte.
Vom Liefermaß zur vergleichbaren Energiemenge
Für die Umrechnung läuft jede Menge über den Festmeter. Aus einem Raummeter oder Schüttraummeter wird mithilfe des passenden Füllungsgrades zunächst das reine Holzvolumen ermittelt. Danach lässt sich dieses Volumen wieder in ein anderes Raummaß übersetzen. Der Rechner für Brennholz-Maßeinheiten übernimmt diese Verhältnisrechnung für Laub- und Nadelholz.
Der zweite Schritt führt vom Volumen zur Energie: Dichte und Wassergehalt bestimmen die feuchte Holzmasse; der berechnete Heizwert je Kilogramm ergibt zusammen mit dieser Masse die kWh je rm oder srm. Genau deshalb reicht weder „Buche“ noch „drei Raummeter“ allein für einen belastbaren Energievergleich.
Ein praktischer Angebotsvergleich beginnt somit bei der Lieferform. Notiere Einheit, Holzartengruppe, Scheitlänge, Wassergehalt und Preis. Rechne beide Angebote auf dieselbe Volumen- oder Energiebasis um. Erst dann vergleichst du Euro je fm, Euro je kWh Brennstoffenergie oder im nächsten Schritt ct/kWh Nutzwärme.
Bei einer konkreten Lieferung hilft der Ratgeber Brennholzlieferung prüfen beim Nachmessen von Stapelmaß, srm/rm-Angabe und Feuchte, ohne die Grundlagen hier zu wiederholen.
Rechenwerte sind keine Holzanalyse
Die Holzarten sind im Modell zu Gruppen zusammengefasst. Jede Gruppe verwendet eine Leitart; andere Arten derselben Auswahl können eine abweichende Dichte haben. Auch Scheitlänge, Schichtung, Hohlräume sowie Quellen und Schwinden verändern reale Volumen- und Gewichtswerte. Das Modell setzt das Volumen zwischen trockenem und feuchtem Zustand vereinfachend als konstant an.
Nutze das Ergebnis daher als nachvollziehbare Orientierung für Angebote und Mengen, nicht als garantierten Brennstoffnachweis. Wer Kosten verschiedener Heizarten vergleichen möchte, rechnet anschließend mit dem Wärmepreis-Vergleich weiter. Dort werden der Energieinhalt des Holzes und der Nutzungsgrad der Feuerung auf ct/kWh Nutzwärme bezogen.