Wo am Scheit sollte man die Holzfeuchte messen?

Miss die Holzfeuchte nicht nur an Stirnseite, Rinde oder Oberfläche, sondern spalte ein Prüfscheit frisch auf und setze die Messspitzen an der frischen inneren Fläche etwa in der Scheitmitte an. Prüfe mehrere Scheite aus unterschiedlichen Stellen des Stapels, statt aus einem einzelnen Wert auf die ganze Lieferung zu schließen.

Warum Stirnseite und Oberfläche täuschen können

Die Stirnseite ist schnell erreichbar, zeigt aber nicht zuverlässig, wie feucht das Scheit innen ist. Sie kann nach Sonne und Wind trockener wirken als die Mitte. Nach Regen, Nebel oder Lagerung im Herbst kann die Oberfläche dagegen feuchter aussehen, obwohl das Innere anders reagiert. Genau deshalb ist eine Messung direkt außen nur ein grober Hinweis.

So setzt du die Messspitzen an

Spalte das Scheit unmittelbar vor der Messung. Drücke die Elektroden in die frische Spaltfläche, möglichst nicht direkt an Rinde, Aststück oder sichtbarem Riss. Wenn dein Gerät eine Faserrichtung vorgibt, halte dich an die Anleitung. Die LWF Bayern empfiehlt, mehrfach an der frisch gespaltenen Fläche quer zum Faserverlauf zu messen und die Werte zu mitteln (LWF Bayern, „Lagerung und Trocknung”, abgerufen 2026-08-14).

Warum mehrere Scheite wichtig sind

Ein Stapel trocknet selten gleichmäßig. Außen liegende Scheite bekommen mehr Sonne, Wetterseite und untere Lagen können mehr Feuchte abbekommen, dicke Stücke trocknen langsamer als dünne. Nimm deshalb einige Scheite aus verschiedenen Bereichen, soweit das gefahrlos möglich ist, und notiere die Messstellen.

Was ein auffälliger Wert bedeutet

Ein einzelner hoher oder niedriger Wert ist noch kein belastbarer Befund. Miss zuerst nach, prüfe Gerät, Messstelle und frisch gespaltene Fläche. Die Begriffe Holzfeuchte und Wassergehalt unterscheiden sich; die Einordnung vor dem Verbrennen steht in der FAQ Welche Restfeuchte sollte Brennholz vor dem Verbrennen haben?. Den vollständigen Ablauf bündelt der Ratgeber Holzfeuchte richtig messen.