Welche Restfeuchte sollte Brennholz vor dem Verbrennen haben?
Ofenfertiges Brennholz sollte unter 20 Prozent Wassergehalt liegen. Gemeint ist dabei der Wasseranteil an der feuchten Gesamtmasse des Scheits, nicht automatisch die Anzeige jedes Feuchtemessgeräts.
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nennt für lufttrockenes, zum Heizen geeignetes Scheitholz einen Wassergehalt von 15 bis 20 Prozent. In der 1. BImSchV steht der rechtliche Feuchtewert anders: Für naturbelassenes stückiges Holz muss der Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht liegen. Das entspricht der fachlichen Holzfeuchte u, während der hier verwendete Wassergehalt w auf die feuchte Gesamtmasse bezogen ist. Das Glossar Holzfeuchte und Wassergehalt erklärt die Umrechnung; 20 Prozent Wassergehalt entsprechen rechnerisch 25 Prozent Holzfeuchte.
Feuchteres Holz ist nicht nur eine formale Abweichung. Das TFZ beschreibt, dass zu feuchter Brennstoff dem Brennprozess Wärme für die Wasserverdunstung entzieht, das Abgasvolumen erhöht und das Zünden verzögern kann. In einem TFZ-Messbeispiel mit 29 Prozent Wassergehalt lagen Kohlenwasserstoff- und Staubemissionen deutlich über dem Betrieb mit lufttrockenem Brennstoff. Für den Alltag heißt das: feuchtes Holz heizt schlechter, raucht eher und belastet Ofen, Schornstein und Nachbarschaft stärker.
Miss nicht nur an der Stirnseite eines Scheits. LWF/Waldwissen weist darauf hin, dass handelsübliche Geräte meist Holzfeuchte messen und im Bereich von etwa 5 bis 30 Prozent Holzfeuchte am zuverlässigsten sind. Spalte deshalb ein Prüfscheit frisch auf, miss mehrfach an der gespaltenen Fläche quer zur Faser und bilde einen Mittelwert. Prüfe anschließend, ob du den angezeigten Holzfeuchtewert in Wassergehalt umrechnen musst — die Begriffe sind nicht dasselbe (siehe Glossar Holzfeuchte und Wassergehalt).