Wie lange muss Brennholz trocknen, bis es ofenfertig ist?
Brennholz braucht bei Lufttrocknung meist mehrere Monate bis zwei Jahre, abhängig von Holzart, Ausgangswassergehalt, Spaltung, Scheitlänge, Lagerplatz und Wetter. Ein Kalenderdatum reicht deshalb nicht aus; vor dem Heizen zählt der gemessene Wassergehalt.
Das Umweltbundesamt nennt für frisch geschlagenes Holz je nach Jahreszeit und Holzart etwa 45 bis 60 Prozent Wasser und empfiehlt sonnige, luftige, vor Regen und Schnee geschützte Lagerung; je nach Holzart soll Brennholz ein bis zwei Jahre trocknen. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zeigt aber, warum diese Spanne keine feste Mindestfrist ist: In TFZ/LWF-Trocknungsversuchen erreichten gespaltene, abgedeckt außen gelagerte Scheite unter günstigen Bedingungen nach sechs Monaten 20 Prozent Wassergehalt und nach neun Monaten etwa 15 Prozent. Unter weniger guten Bedingungen dauerte die natürliche Trocknung ein Jahr und länger.
Für die Praxis sind die Einflussfaktoren wichtiger als eine pauschale Jahreszahl. LWF nennt: Holz möglichst bald spalten, kurze Scheite trocknen schneller als lange, der Lagerplatz sollte sonnig und windexponiert sein, das Holz braucht Abstand zum Boden, und eine Abdeckung darf die Luft nicht an Vorder- und Rückseite einsperren. In der TFZ/Landtechnik-Auswertung brauchte ungespaltenes Holz gegenüber gespaltenem Holz etwa zwei Sommermonate länger, bis es unter 20 Prozent Wassergehalt lag; Herbst und Winter können außerdem wieder Feuchte in den Stapel bringen.
Prüfe deshalb mehrere Scheite, bevor du den Stapel als ofenfertig einordnest. LWF empfiehlt, nicht nur an der Stirnseite zu messen: Scheit frisch spalten, mehrfach an der gespaltenen Fläche quer zur Faser messen und die Werte mitteln. Viele Geräte zeigen Holzfeuchte statt Wassergehalt an; das Glossar Holzfeuchte und Wassergehalt erklärt den Unterschied. Der Ratgeber zum Trocknen und Lagern ordnet Lagerarten ein. Ein Trocknungsdauer-Rechner ist zum Start dieses Portals zurückgestellt, weil seine Monatsfaktoren nicht belastbar belegt sind — die Messung ersetzt er ohnehin nicht.